MACH MIR EIN EI od. der Frühling ist da.

Der Feldhamster gähnt und blinzelt in die Morgensonne. Unweit brummt eine Hummel geschäftig um einen Himmelsschlüssel. Frühlingserwachen, es ist so weit.

Zu den allerersten, die ihre Köpfe aus dem Boden recken, gehören weiße Buschwindröschen, blaue Leberblümchen oder der gelbe Winterling. Dazu kommen Primeln und Himmelsschlüssel, Blausterne und Netzblattiris und natürlich die Märzenbecher. Du verstehst nur Bahnhof? Eigentlich ist es simple: Die bunten Blümchen profitieren davon, dass die Bäume über ihnen noch kein Laub tragen und die Sonnenstrahlen dadurch ganz für sich haben. So können sie mit ihren speziellen Speicherorganen die wärmende Energie der Sonne tanken. Das gibt den Blumen die notwendige Energie um zu blühen. Für andere Blümchen heißt es nämlich noch „Kopf unter“. Die Sonne ist für die klassische Fotosynthese noch nicht stark genug. Wissenschaftler nennen diese ersten Frühlingsblumen übrigens Geophyten. Der Begriff leitet sich von den griechischen Worten „geo“ für Erde und „phyto“ für Pflanze ab. Als Geophyten werden solche Pflanzen bezeichnet, die unterirdische Speicherorgane bilden, um ungünstige Jahreszeiten zu überdauern – zumeist Zwiebelpflanzen.

Liebesspiele

Wer kennt das nicht? Entscheidend bei der Partnerwahl ist auch der Nistplatz – wer das schönste Haus besitzt, hat auch die größten Chancen. Vogelmännchen sind im Frühjahr die waren Meister des Hausbaus.  Besonders der Star. Dafür tragen Star-Männchen sogar Halme und Blüten ins Nest. Außerdem scheint die Liebe auch bei manchen Vögeln durch den Magen zu gehen: Männliche Rotkehlchen füttern das Weibchen während der Balz. Hach, wie romantisch. Weniger süß vielleicht das laute Gezwitscher in der Früh. Das Liebesgeflüster bzw. Piepkonzert der Vögel hat nichts mit der Freude am Singen zu tun. Die Männchen wollen mit dem Gesang naturgemäß Weibchen anlocken, aber sie singen auch, um anderen Männchen gegenüber ihr Revier abzustecken. Eh klar!

Die Hummeln sind wach

BU: Liebesspiele und Frühlingsgefühle bei den Vögeln. Fotomontage: Kristina Erhard
BU: Zuerst die Hummeln, dann die Bienen – der Frühling ist da. Foto: Kristina Erhard

Auch Insekten spüren den Frühling bereits: Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen die Hummel-Königinnen aus dem Winterschlaf. Hummeln können nämlich bereits bei einer Außentemperatur von zwei Grad fliegen. Als Energiequelle dafür nutzen sie eine Extraportion Nektar, den sie in ihrer Honigblase gespeichert haben. Interessanter Aspekt: Die Hummeln zittern sich warm, bis sich der kleine Körper auf 30 Grad erwärmt hat. Auch eine Methode! Bienen wagen den ersten Ausflug in die Frühlingsluft übrigens erst bei Temperaturen von etwa zehn Grad.

Guten Morgen!

Auch die ersten Winterschläfer wie Igel und Feldhamster erwachen in diesen Tagen und verlassen ihre Schlafstätten. Alle Winterschläfer haben vor allem eins gemeinsam: Einen Bärenhunger. Im Schlaf haben sie jede Menge Körpergewicht verloren und müssen jetzt im Frühjahr kräftig zulegen. Das sei jedoch nicht einfach, da in der Natur derzeit noch wenig Futter zu holen ist. Da kann es schon sein, dass mal ein Mülleimer, der vor dem Haus vergessen wurde, daran glauben muss.

Frühlingsbeginn – eine Frage der Definition

Rein astronomisch gesehen beginnt der Frühling in Mitteleuropa am 21. März – am Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche. Meteorologisch gesehen war der Frühlingsbeginn aber schon am 1. März. Dann gibt es noch eine weitere Definitionsmöglichkeit, nämlich phänologisch, also am Entwicklungsstand der Pflanzen orientiert. Nach dieser Methode unterscheidet man den Vorfrühling – die Zeit, in der Frühblüher oder Haselnuss blühen – vom Erstfrühling, der vom Blühbeginn der Forsythie über den Laubaustrieb der Stachelbeere bis zum Blühbeginn des Birnbaums reicht. Der Vollfrühling dann beginnt mit dem Blühen der Apfelbäume und des Flieders. Verstanden?

BU: Frühling findet auch im Kopf statt – einfach wird es allerdings, wenn es im Garten blühen anfängt. Foto: Kristina Erhard